
Lambrecht versprach weitere Unterstützung für die Ukraine und verwies etwa auf die Zusage, dem Land winterfeste Ausrüstung und Generatoren zukommen zu lassen. “Aber wir werden die Ukraine auch weiter unterstützen, auch mit der Unterstützung durch Waffen.” Die von Deutschland gelieferten Panzerhaubitzen und Flugabwehrpanzer Gepard hätten zu den jüngsten Erfolgen der ukrainischen Armee beigetragen. “Da werden wir natürlich auch weiterhelfen”, sagte die SPD-Politikerin. “Wir werden an der Seite der Ukraine bleiben, solange es nötig ist.”
Zorn: “Was wir abgeben, brauchen wir zurück”
Bundeswehrinspekteur Zorn gibt zu bedenken, dass der herannahende Winter das Leid nicht mindern werde – im Gegenteil, sagte er im Gespräch mit dem “Focus”. Die ukrainische Armee agiere zwar klug, biete selten eine Breitseite und führe souverän und sehr beweglich die Operationen. Und “noch vor zwei Wochen hätte ich gesagt, dass der gesamte Donbass in sechs Monaten in russischer Hand ist. Heute sage ich: Das werden sie nicht schaffen.” Aber ob die Ukrainer wirklich die Kraft für eine Gegenoffensive hätten, bezweifelt Zorn, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr: “Sie bräuchten eine Überlegenheit von mindestens 3 zu 1.”Eberhard Zorn ist Generalinspekteur der Bundeswehr: Er warnt vor zu viel Euphorie im Ukraine-Krieg. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa./dpa)Zorn verteidigte zugleich die bisherigen deutschen Waffenlieferungen: “Die Liste ist beachtlich, quantitativ wie qualitativ.” Man habe mit den Niederländern zusammen ein ganzes ukrainisches Bataillon mit der Panzerhaubitze 2000 ausgestattet, hinzu komme der MLRS Mehrfachraketenwerfer. Beides sei aus eigenen Beständen gekommen, sagte er dem Magazin. Die letzten der 30 Geparden seien gerade an die Ukrainer übergeben worden. “Darüber hinaus haben wir unzählige Fahrzeuge, Munition und Ausrüstung geliefert”, so der Bundeswehrsoldat. “Mit IRIS-T schicken wir ein Raketenabwehrsystem, das wir selbst gerne hätten.” Man werde die Ukraine so lange unterstützen wie nötig.
Zorn: Russland hat noch Kapazitäten
Zorn bekräftigte seine Befürchtung, dass Russland eine zweite Front aufmachen könnte und nannte mögliche Angriffsorte: “Kaliningrad, die Ostsee, die finnische Grenze, Georgien, Moldau … es gibt viele Möglichkeiten. Die Fähigkeiten hätte Putin.” Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.