Krieg | Russland: Bleiben nach Tod von Wagner-Chef in Mali aktiv


Tag 551: Russland will zwei US-Drohnen nahe der Krim abgefangen haben. Die Ukraine meldet die Rückeroberung eines Ortes. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick

Selenskyj: Fahren Waffenproduktion hoch

22.13 Uhr: Nach mehr als anderthalb Jahren Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine maximale Erhöhung der Waffenproduktion für den Kampf gegen die russische Invasion angekündigt. Neben Artilleriewaffen und Munition sollten auch Drohnen, Raketen und gepanzerte Fahrzeuge im Land hergestellt werden. “Wir erhöhen den Produktionsumfang auf ein Maximum. Die Ukraine kann das. Die Finanzierung steht. Unsere Verteidigungsindustrie wird gute Ergebnisse bringen”, sagte Selenskyj in seiner am Montag in Kiew verbreiteten allabendlichen Videobotschaft.Die ukrainische Führung hatte immer wieder angekündigt, das Land zu einem der größten Waffenproduzenten zu machen. Selenskyj traf nach eigenen Angaben mit Vertretern der Rüstungsindustrie zusammen, damit die Produktion weiter hochgefahren wird.Das Land ist bei seiner seit Wochen schleppend verlaufenden Gegenoffensive zur Befreiung der besetzen Gebiete auf riesige Mengen an Munition und Waffen angewiesen. Das Land setzt dabei vor allem auf die militärische Hilfe westlicher Verbündeter. Selenskyj bekräftigte einmal mehr, dass die Ukraine auch die Voraussetzungen für die neuen Kampfflugzeuge schaffen müsse. Kiew hofft auf die baldige Lieferung der von den Niederlanden, Dänemark und Norwegen angekündigten F-16-Kampfjets.

Weltgrößte Kryptowährungsbörse erwägt Rückzug aus Russland

21.25 Uhr: Die weltgrößte Kryptowährungsbörse der Welt, Binance, bewertet ihr Russlandgeschäft neu. Dies beinhalte auch die Möglichkeit eines Rückzugs aus einem einst wichtigen Markt, sagt ein Sprecher dem “Wall Street Journal”. “Alle Optionen liegen auf dem Tisch, einschließlich eines vollständigen Rückzugs”.

Russland: Bleiben nach Tod von Wagner-Chef in Mali aktiv

21.19 Uhr: Russland hat nach dem Tod von Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin die Fortsetzung von Aktivitäten in afrikanischen Staaten angekündigt. “Russland wird seinerseits Mali und anderen interessierten afrikanischen Partnern weiterhin umfassende Unterstützung” gewähren, sagte der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanskij am Montag im UN-Sicherheitsrat. Russische Söldner arbeiten in vielen afrikanischen mit Diktatoren zusammen und konterkarieren westliche Allianzen. Lesen Sie hier mehr zu den jüngsten Entwicklungen der Wagner-Truppen im Zusammenhang mit Prigoschins mutmaßlichem Tod.Bisher haben rund 1.000 Söldner der Gruppe Wagner, deren Chef Prigoschin war, mit der Militärregierung in Mali zusammengearbeitet, offiziell um den Dschihadismus zu bekämpfen, zurückgedrängt haben sie den Islamischen Staat allerdings nicht.Im Juni wurde der UN-Einsatz Minusma in Mali beendet, nachdem die Militärjunta die UN-Soldaten aufgefordert hatte, das Land zu verlassen. Zuvor war es unter anderem zu Streitigkeiten über Wege zurück zur Demokratie gekommen. Stattdessen setzten die Militärs auf die russischen Söldner. Nach UN-Angaben hat der Islamische Staat seit Abzug der internationalen Soldaten das unter seiner Kontrolle stehende Gebiet im Mali nahezu verdoppeln können.

Russland: Zwei US-Drohnen nahe der Krim abgefangen

20.38 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben über dem Schwarzen Meer erneut zwei US-Aufklärungsdrohnen abgefangen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Onlinedienst Telegram am Montag nahe der 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim. Um eine “mögliche Verletzung der Grenze zu verhindern”, seien zwei russische Kampfjets entsandt worden. Die Drohnen hätten daraufhin ihren Kurs geändert.In den vergangenen Monaten war es sowohl im Schwarzen Meer als auch über der Ostsee vermehrt zu Zwischenfällen gekommen, an denen russische Flugzeuge sowie US-Drohnen oder Flugzeuge aus anderen Nato-Staaten beteiligt waren. Bereits am Sonntag hatte Moskau nach eigenen Angaben eine US-Drohne abgefangen, die sich über dem Schwarzen Meer dem russischen Luftraum genähert habe. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich demnach Anfang August ereignet.