Krieg | Selenskyj: Zwei weitere Schiffe durchbrechen Seeblockade


Tag 556: Die ukrainische Gegenoffensive zeigt nach Angaben Kiews Erfolge. Russland will Drohnenangriffe auf die Krimbrücke abgewehrt haben. Alle Infos im Newsblog.

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Selenskyj: Zwei weitere Schiffe durchbrechen Seeblockade

23.12 Uhr: Trotz der russischen Seeblockade haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwei weitere Frachtschiffe den von Kiew eingerichteten Getreidekorridor passiert. “Die Ukraine stellt die Freiheit der Seefahrt im Schwarzen Meer wieder her”, teilte Selenskyj am Samstagabend auf der Plattform X (vormals Twitter) mit. Nach dem Ausstieg Russlands aus dem Abkommen zur Verschiffung von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer versucht Kiew, den Export trotz des Risikos durch Moskauer Angriffe zu organisieren. Russland hatte gedroht, Schiffe, die ukrainische Häfen anlaufen, als Träger militärischer Fracht anzusehen. Das Verlassen der ukrainischen Häfen gilt demnach als geringeres Risiko.”Ich danke allen unseren Hafenarbeitern und allen, die das sichere Funktionieren des Korridors gewährleisten”, sagte Selenskyj. Er forderte die westlichen Verbündeten zudem auf, noch mehr Flugabwehrsysteme zu liefern. “Zusammen können wir die Freiheit der Seefahrt im Schwarzen Meer und darüber hinaus schützen.” Auch in seiner abendlichen Videobotschaft sagte Selenskyj, dass die Sicherheit der für den Export ukrainischer Güter in die Welt wichtigen Hafenregion Odessa wieder hergestellt werden müsse.Details zu den Schiffen, die nun erfolgreich ausgelaufen waren, nannte Selenskyj nicht. Allerdings war schon am Vortag auf dem Internetportal Marinetraffic, das Schiffsbewegungen anzeigt, zu sehen, wie zwei Frachter den südukrainischen Schwarzmeerhafen Piwdennyj circa 20 Kilometer östlich von Odessa verließen.In den ukrainischen Schwarzmeerhäfen sitzen seit dem Beginn des russischen Einmarsches vor über 18 Monaten Dutzende Handelsschiffe fest.

Ukrainischer General: Russische Verteidigungslinie durchbrochen

20.32 Uhr: In der Nähe von Saporischschja haben die ukrainischen Truppen die erste russische Verteidigungslinie durchbrochen, sagt der ukrainische Brigadegeneral Oleksandr Tarnavskiy. Im Interview mit der britischen Zeitung “The Observer” sagte der leitende General der ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes, die Truppen stünden nun zwischen der ersten und zweiten Verteidigungslinie. Die zweite sei jedoch deutlich schwächer – die Russen hätten wohl nicht damit gerechnet, dass die Ukrainer die erste durchbrechen würden. Russland würde nun die Truppen in das betreffende Gebiet zusammenziehen, so Tarnavskiy weiter. “Aber früher oder später werden den Russen all die besten Soldaten ausgehen.” Dann werde die Ukraine mehr und schneller angreifen. Die ukrainische Gegenoffensive läuft bereits seit Wochen. Ziel Kiews ist es, die besetzten Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson zu befreien. Auch die schon 2014 völkerrechtswidrig annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim soll zurückerobert werden. Zuletzt hatten sich die Hinweise auf ein Vorrücken der Ukraine gemehrt, auch Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag gesagt, die Truppen kämen voran.

Selenskyj: Kommen voran “ungeachtet dessen, was alle sagen”

15.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht Fortschritte bei der Gegenoffensive der Streitkräfte zur Befreiung der von Russland besetzten Gebiete. “Die ukrainischen Streitkräfte bewegen sich vorwärts. Trotz allem und ungeachtet dessen, was alle sagen, kommen wir voran, und das ist das Wichtigste. Wir sind in Bewegung”, teilte Selenskyj am Samstag bei Telegram mit.Die Ukraine hatte zuletzt immer wieder kritisiert, dass westliche Experten von einem schleppenden Fortgang der Offensive ohne die erwarteten Durchbrüche an der Frontlinie sprachen. Auch Selenskyj hatte erklärt, die Offensive sei kein Hollywood-Film. Er sei stolz auf den Mut und die Treffsicherheit der ukrainischen Schützen, teilte Selenskyj auch bei X (vormals Twitter) mit. Er veröffentlichte dazu Fotos von Explosionen bei den Einsätzen im Kriegsgebiet. Er sei den Soldaten der 47. Artilleriebrigade dankbar für die wirksame Verteidigung “unseres Landes” in den Gebieten Saporischschja, Donezk und Sumy und für “ihre Stärke in unseren nördlichen Regionen”.